Bürgerstiftung

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Aus eigener Tasche

von links nach rechts: Wolnik, Dr. Gertraud Haug-Pihale, Bürgermeister Michael Bernwieser und sein polnischer Kollege Leonhard Fulneczek


Weil es die Satzung es nicht zulässt, griffen die „Bürgerstiftler“ in die eigene Tasche: Beim Besuch einer Delegation aus der polnischen Partnerstadt wollte die Seeshaupter Bürgerstiftung das Mädchen-Behindertenheim in Kreuzenort unterstützen. Weil aber satzungsgemäß nur Projekte in Seeshaupt gefördert werden dürfen, brachten Stiftungsvorstand und Stiftungsrat selber 1500 Euro auf, die die Vorsitzende Dr. Gertraud Haug-Pihale an Wilhelm Wolnik übergab, der sich um das Heim kümmert. Sie erzählte ihm auch von der „Villa Südsee“, der die Bürgerstiftung von Anfang an finanziell unter die Arme greift. Der frühere Bürgermeister von Kreuzenort zeigte sich sehr interessiert von dieser Einrichtung für sozial benachteiligte Kinder. (auf dem Foto von links nach rechts: Wolnik, Dr. Gertraud Haug-Pihale, Bürgermeister Michael Bernwieser und sein polnischer Kollege Leonhard Fulneczek)


Ertragreiches Benefizkonzert

In der Seeresidenz Alte Post wohnt seit einigen Jahren Denes Zsigmondy, der in seiner aktiven Musikerzeit ein bedeutender und anerkannter Violinvirtuose war und weltweit gefragt als Mozart- und Bela Bartok-Interpret. Wegen seiner bestechenden modernen Musikalität vertrauten zeitgenössische Komponisten wie Günther Bialas und Harald Genzmer dem gebürtigen Ungarn mehrere ihrer Uraufführungen an.
An seinem 87. Geburtstag fand zu Ehren von Herrn Zsigmondy ein musikalisch-literarischer Abend mit hochkarätigen Künstlern statt, der fast 200 Zuhörer in den Postsaal lockte. Der Erlös der Veranstaltung ging an die Bürgerstiftung, die damit die „Villa Südsee“ unterstützen wird. 3900 Euro kamen so zusammen, denn alle Künstler hatten auf ihre Gage verzichtet, die Seeresidenz stellte kostenlos den Festsaal zur Verfügung und übernahm obendrein noch die Miete für den Flügel.

Der Jubilar Denes Zsigmondy bei seinem umjubelten Ehrenabend

Der Jubilar Denes Zsigmondy bei seinem umjubelten Ehrenabend



Buchserie startet mit Film

Am 30. April 1945 hielt am Seeshaupter Bahnhof ein langer Güterzug, amerikanische Soldaten befreiten daraus fast 2000 KZ-Häftlinge, 68 konnten nur noch tot geborgen werden. Am 30. April 1995 stellte die Initiative „Seeshaupt im April“ um den Arzt Dr. Uwe Hausmann das Mahnmal an der Bahnhofstraße auf. Seither findet dort alljährlich am 30. April eine Gedenkfeier mit prominenten Rednern statt.
Die diesjährige Veranstaltung mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zeichnete der Seeshaupter Filmschaffende Walter Steffen auf. Die Aufnahmen werden in seinen Dokumentationsfilm integriert, der die fünftägige Irrfahrt dieses im Außenlager Mühldorf gestarteten Zuges zum Thema hat wie auch die „Erinnerungsarbeit“ der Seeshaupter Bevölkerung. Die Bürgerstiftung unterstützt das Projekt finanziell im Rahmen des Konzepts „Seeshaupter Ansammlungen“. Die DVD soll zusammen mit dem Buch „Seeshaupt im April 1945 / 1995“ zur Gedenkfeier am 30. April 2010 erscheinen

Bei den Dreharbeiten: Walter Steffen, Ferdinand Dörfler und Kameramann Christoph Ißmaier

Bei den Dreharbeiten: Walter Steffen, Ferdinand Dörfler und Kameramann Christoph Ißmaier


Neuer Paukenschlag

St. Michael wird heuer 100 Jahre alt. Für den großen Festgottesdienst am 21. Juni probt Chorleiter Gerhard Hohendanner schon seit geraumer Zeit mit seinen über 30 Sängern und Orchestermitgliedern die anspruchsvolle Orgelsolomesse von Wolfgang Amadeus Mozart. Damit das Ganze aber auch richtig festlich klingt, brauchte man noch zwei Pauken. Für deren Anschaffung, dazu noch Notenmaterial und Notenständer hat die Seeshaupter Bürgerstiftung 3000 Euro gespendet.

Kirchenchor

Der Kirchenchor bei der Probe



Küche macht Schule

Zu einer richtigen Mittagsbetreuung gehört auch eine richtige Küche, wo sich die Kinder ihr mitgebrachtes Essen aufwärmen können, wo man abspülen und auch mal gemeinsam kochen kann. Eine solche Küche hat die Seeshaupter Bürgerstiftung der Grundschule für rund 4000 Euro gestiftet. Den Raum im „kleinen Schulhaus“ stellt die Gemeinde kostenlos zur Verfügung, um die rund 20 Kinder kümmert sich Jolana Malek.

Mittagsbetreuung

Stolz auf die neue Küche sind (v.l.n.r.) Schulleiterin Maria Trunk, Elternbeiratsvorsitzende Susi Deuter, Leiterin der Mittagsbetreuung Jolana Malek, Vorsitzende der Bürgerstiftung Dr. Gertraud Pihale, Bürgermeister Michael Bernwieser und natürlich die Kinder


Neu im Vorstand

Bei der Bürgerstiftung gibt es eine personelle Veränderung: Der frühere Bürgermeister Hans Hirsch ist auf seinen Wunsch hin aus dem Vorstand ausgetreten, seinen Platz nimmt künftig der Jurist Thomas Schuster ein. Hirsch bat um seine Entlassung, da ihm seine vielen ehrenamtlichen Aufgaben kaum noch freie Zeit ließen. „Ich habe die Bürgerstiftung mit aus der Taufe gehoben, weil das eine wichtige und lobenswerte Initiative für unser Dorf ist. Jetzt, wo es läuft, kann ich mich mit gutem Gewissen zurückziehen“, begründete er seinen Rückzug.

Neu im Vorstand: Thomas Schuster

Neu im Vorstand: Thomas Schuster


...eine sechs Kilometer lange Nase...

„Eine sechs Kilometer lange Nase!“ „Einen Kussmund!“ „Große Füße mit Krallen!“.. und, und , und…. Mit künstlerischem Geschick und viel Geduld setzte Philip Waechter die verrücktesten Vorschläge der begeisterten Schulkinder zu einem ziemlich wilden „Fridolin“ zusammen. Wie phantasievoll und liebevoll bis ins kleinste Detail der Frankfurter Künstler eigentlich zeichnet, das konnten alle bei Waechters Lesung aus seinem anrührenden Bilderbuch „Rosi in der Geisterbahn“ sehen und hören.

Axel Seip, Inhaber der Buchhandlung LesArt hatte den bekannten Buchillustrator und Autor eingeladen, die Seeshaupter Bürgerstiftung hat die sehr gelungene Aktion finanziert, die am Abend in der Buchhandlung mit „Waechter für Erwachsene“ fortgesetzt wurde. Hier entspannte sich eine interessante Diskussion darüber, wie es so ist, wenn man als Sohn des Zeichners F.K.Waechter einen ähnlichen Berufsweg wie der berühmte Vater einschlägt: „ Auf der einen Seite sehr, sehr schwer, weil doch unwillkürlich Vergleiche angestellt werden. Aber wenn ich ehrlich bin, es öffnet einem natürlich auch viele Türen“.

Philip Waechter und der Fridolin

Philip Waechter und der Fridolin


Partnerschaftskonzept startet

Dank vieler engagierter Projekte ist die Seeshaupter Bürgerstiftung seit ihrer Gründung vor erst eineinhalb Jahren schon zu einer festen Institution im Ort geworden. Unterstützung und Förderung kamen bisher vor allem von Privatleuten – fast 6000 Euro wurden seit Sommerbeginn für die verschiedenen Projekte überwiesen. Nun soll auch die Zusammenarbeit mit den Geschäftsleuten intensiviert werden. Der Stiftungsvorstand wirbt persönlich bei allen ortsansässigen Firmeninhaber und Freiberuflern mit einem "Partnerschaftskonzept". Mit der Aussage „Wir helfen. Mit Ausdauer“ und dem offiziellen Logo der Bürgerstiftung können sie ihr "wohltätiges" Engagement auch öffentlichkeitswirksam publik machen.

Die Urkunde der Bürgerstiftung für ihre Partner

Die Urkunde der Bürgerstiftung für ihre Partner


Benefiz-Konzert mit Klassik

Zugunsten der Bürgerstiftung initiierte Stefan Müller, Geschäftsführer der Seeresidenz Alte Post, ein Benefizkonzert mit dem Alosia-Trio. Mit ihrem anmutigen und temperamentvollen Spiel eroberten sich die drei spanischen Baskinnen im Nu die Herzen der Zuhörer im Saal der Seeresidenz. Vor zwei Jahren haben sich Irena Etxebeste, Violine, Elena Escalza, Violoncello und Patricia Azanza, Klavier zum „Trio Alosia“ zusammengefunden. Mit der Aufzeichnung ihres Seeshaupter Konzerts wollten sie sich für den renommierten österreichischen Haydn- Wettbewerb qualifizieren. Ihre vielseitige Musikalität und ihr harmonisches Zusammenspiel zeigten sie sowohl bei Werken der Wiener Klassik von Haydn und Beethoven, als auch bei einem schwermütig-expressiven Trio von Schostakowitsch und einem melodiösen Stück ihres Landsmannes Joaquín Turina. Erfreulich für die Bürgerstiftung: beim Konzert wurden über 500 Euro eingenommen. Herzlichen Dank!

Das Alosia-Trio in der Seeresidenz

Das Alosia-Trio in der Seeresidenz


Fresken freilegen oder dokumentieren?

Die Freilegung der mittelalterlichen Fresken in der Anna-Kapelle der Katholischen Pfarrkirche ist ein Anliegen der Bürgerstiftung Seeshaupt. Allerdings bekam die anfängliche Euphorie vom März einen argen Dämpfer. Bei einer Besichtigung mit Fachleuten bestätigte Dr. Susanne Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege zwar begeistert, dass die 700 Jahre alten Seeshaupter Fresken einzigartig, singulär und in unserer Gegend eine absolute Rarität seien, aber genau hierin läge das Problem.  Diese Einzigartigkeit verlange nach größtmöglichem Schutz, und der sei nun einmal nach heutigem Stand der Technik nur gewährleistet, wenn die empfindlichen Malereien unangetastet blieben. Diese Einschätzung wurde auch bei einer zweiten Begehung mit Bernhard Symank, dem Fachmann für Wandmalereien am Denkmalamt, bestätigt. Aber auch er brachte die anwesenden Teilnehmer von Bürgerstiftung und Kirchengemeinde wieder auf den Boden der Tatsachen: „Wenn man die Probeflächen wie die Krippendarstellung sieht, kann ich Ihre erhebende Entdeckerfreude gut verstehen. Sie dürfen aber nicht erwarten, dass Sie hier nach einer kompletten Freilegung eine geschlossene Rundum-Malerei in alter Farbenpracht bekommen.“ Seiner Expertise nach seien die Gemälde in der früheren Turmkirche längst nicht so gut erhalten wie man auf den ersten Blick meinen könnte. „Schauen Sie den Engel genauer an – der hat schon kein Gesicht mehr und bei der hohen Wertigkeit dieser Fresken dürfte man dies auch nicht ergänzen.“

Die Bürgerstiftung will nun statt der Freilegung eine wissenschaftliche Dokumentation über diesen wohl weiterhin verborgen bleibenden Schatz  in Auftrag geben. Die Erkundungen eines Kunsthistorikers sollen in einem Buch über die Seeshaupter Kirchen und Kapellen veröffentlicht werden.

Ortstermin in der Kapelle

Ortstermin in der Taufkapelle


Wachsendes Interesse an Fuchsbandwurm-Aktion

Bereits im April fand für interessierte Bürger in der Seeresidenz eine Informationsveranstaltung zum Thema „Bekämpfung Fuchsbandwurm“ statt. 
Auf Einladung der dieses Projekt unterstützenden Bürgerstiftung Seeshaupt referierten dazu der Wildbiologe Dr. Andreas König von der TU München und der Leiter des Weilheimer Gesundheitsamtes, Dr. Karl Breu (siehe Fotos). 
Jetzt trafen sich auf Anregung der Stiftung die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und diskutierten nochmals im Seeshaupter Rathaus mit den beiden Experten über die Erfolgschancen und die – nicht unerheblichen - Kosten der Beköderung. Das Interesse bei den Gemeindevertretern ist groß, erste Schritte und Vorbereitungen für eine Zusammenarbeit sind bereits unternommen worden.

Dr. Breu

Dr. Koenig

Dr. Breu und Dr. König bei der Infoveranstaltung in der Seeresidenz

 


Unsere neuen Projekte - jetzt sind Sie gefragt

Sie ist nur knapp ein Jahr alt, und doch ist die Seeshaupter Bürgerstiftung schon eine feste Institution im Ort. Was sich an den vielen „Wohltaten“ ablesen lässt, die die Initiative dank spendenfreudiger Privatleute und Aktionen wie Benefizkonzert und Tombola auf dem Christkindlmarkt schon realisieren konnte: z. B. einen Kleinbus und Möbel für die Villa Südsee, ein modernes Pflegebett, das sich alle Seeshaupter über die Nachbarschaftshilfe ausleihen können, die neue Treppe am Höhenweg, literarische Lesungen für Grundschüler und Erwachsene oder zuletzt die „Lebendige Erinnerung“ in der Buchhandlung als ergänzende Veranstaltung zur Gedenkfeier am Mahnmal. Der Erfolg der neuen Stiftung lässt sich auch konkret in imponierenden Zahlen zusammenfassen: Gründungskapital: Gründungskapital 50.000 Euro; bisheriges Spendenaufkommen 57.000 Euro, wovon 37.000 Euro bereits wieder in verschiedene Projekten investiert wurden.

Ermutigt durch die große Zustimmung aus der Bevölkerung will die Bürgerstiftung mit viel Schwung weitermachen. Hier die aktuellen Projekte, für die um finanzielle Mithilfe gebeten wird: Der größte „Brocken“ ist ein rollstuhlgerechtes Fahrzeug, das im Bereich „Soziale Aufgaben“ der Nachbarschaftshilfe gespendet werden soll. Denn die NBH plant, im kommenden Jahr im Seniorenzentrum am Tiefentalweg eine Tages-Kurzzeitpflege zur Entlastung der Angehörigen anzubieten. Um die Senioren dorthin und wieder nach Hause bringen zu können, wird dieses rund 25. 000 Euro teure „Seniorentaxi“ gebraucht (Ansprechpartnerin: Sigrid von Schroetter)

Ein sicher sehr ansprechendes Projekt aus dem Bereich „Kultur und Bildung“ wird das unter dem Stichwort „Künstlerdorf“ geplante Buch mit rund 20 Porträts und Hintergrundgeschichten von bildenden Künstlern, die hier im Ort lebten oder wirkten. Für Vorbereitung und Recherche werden rund 6000 Euro veranschlagt (Ansprechpartner Theodor Walther). Unter „Kultur und Bildung“ läuft auch die Unterstützung des Kirchenchors in Höhe von 4000 Euro – Stichwort „Jubilate“ für eine neue Pauke, Notenmaterial und Notenständer (Ansprechpartner Dr. Uwe Hausmann). Fortgesetzt wird die erfolgreiche Serie „Poesie und Prosa“, bei der professionelle Sprecher für Kinder und Erwachsene lesen; pro Veranstaltung 750 Euro. (Ansprechpartner Axel Seip)

Attraktive Film- und Theaterprojekte sollen Seeshaupter Jugendlichen im „Juze“ geboten werden; pro Jahr sind ein bis zwei größere Aktionen geplant, die die Bürgerstiftung unter dem Stichwort „Jugendbildung“ mit je 2500 Euro fördern will. (Ansprechpartnerin Anke Wagner). Zum Bereich „Jugend und Senioren“ gehört auch der jährliche Beitrag für den Unterhalt des Südsee-Busses, 2500 Euro unter dem Stichwort „Kinderwagen“

Vorerst noch auf Eis gelegt wurden die beiden Projekte „Bekämpfung Fuchsbandwurm“ und die Freilegung der romanischen Fresken in St. Michael: Beide Vorhaben müssen noch ausführlicher diskutiert werden.

Vorstand und Beirat

Vorstand und Beirat der Seeshaupter Bürgerstiftung(soweit sie beim „Fototermin“ anwesend waren; v.l.n.r.) Theo Gerhard, Manfred Hacker, Gerda Possinger, Bero von Fraunberg, Theresia Lüning (Vorstand Stiftungsrat), Hans Hirsch, Dr. Gertraud Pihale (Vorstand Bürgerstiftung), Gebhard Brennauer, Dr. Uwe Hausmann

 


Guter Start mit "Kinderwagen"

Dank einer 20 000 Euro Spende der Seeshaupter Bürgerstiftung konnte die Villa Südsee diesen Kleinbus für ihre acht jungen Bewohner anschaffen. Der Großteil des noblen Geldgeschenkes stammt vom Ehepaar Gilliam (auf dem Foto in der Mitte); die flotte Beschriftung mit dem Südsee-Logo und dem der Bürgerstiftung hat Jörg Rustemeyer von „Schriftart“ umsonst beigesteuert. Für das Projekt „Bus Südsee“ braucht die Bürgerstiftung auch weiterhin Spenden, denn sie will auch für den Unterhalt -jährlich 2000 Euro - aufkommen. Beim Fototermin mit den Kindern und zwei Betreuerinnen waren auch (v.l.n.r.) die Vorsitzende des Stiftungsrates Theresia Lüning, Südseeleiter Hans Wagner, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Gertraud Pihale und der Vorsitzende des Vereins Südsee Manfred Fent.

Suedsee-Bus


Tucholsky im Busch

Kaum zu glauben, dass Wilhelm Busch schon vor 100 Jahren gestorben ist – so frisch und unverstaubt sind seine Reime – noch dazu, wenn sie von Bodo Primus, einem Meister des gesprochenen Worts rezitiert werden. „Max und Moritz“ und „Fipps, der Affe“ las der Hörbuchpreisträger den Seeshaupter Grundschülern vor. Finanziert hat die Erzählstunde die Seeshaupter Bürgerstiftung, organisiert Axel Seip, Inhaber der Buchhandlung „LesArt“.

Dort erlebten begeisterte (erwachsene) Zuhörer den Schauspieler am selben Abend bei einem mitreißenden Tucholsky-Abend „Horch, sie leben“. Bodo Primus Stimme kennen Hörspielfans übrigens als die des „Letzten Detektivs Jonas, nur Jonas“, aus den 42 Folgen der gleichnamigen Hörspielserie.

Bodo Primus


Zwischenbilanz
„Eine Bürgerstiftung? Das würde unserem Dorf gut tun!“

Gestärkt von diesem Zuspruch und nach dem Überwinden diverser behördlicher Hürden
wurde die Seeshaupter Bürgerstiftung im Sommer 2007 gegründet. Zeit also, eine Zwischenbilanz zu ziehen - nicht nur, was den finanziellen Ertrag und die Projekte angeht, sondern auch, ob die Idee dieses neuen Engagements in Seeshaupt Fuß fassen konnte.

Start

Der Start war vielversprechend: Mit einem Stiftungskapital von 50.000 Euro und interessanten Projekten aus den unterschiedlichsten, gemeinnützigen Bereichen stellte sich die Initiative im Juni erstmals der Öffentlichkeit vor: „Wer stiftet, demonstriert bürgerliches Selbstbewusstsein“, gab Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, den vielen Zuhörern der Auftaktveranstaltung mit auf den Weg. Das taten die Seeshaupter denn auch so nachhaltig, dass bereits drei Projekte (Zimmerausstattungen für die „Villa Südsee“, Pflegebett für die Nachbarschaftshilfe und Sanierung der Treppe am Höhenweg) finanziert werden konnten. Geldspenden sind auch schon für eine Dokumentationsreihe über Seeshaupter Künstler eingegangen, für professionelle Literatur-Lesungen sowie für die Bekämpfung des Fuchsbandwurmes.

Zahlen
Neben den Spenden für die einzelnen Projekte gab es zugunsten der Bürgerstiftung schon eine Reihe von Eigeninitiativen wie das Benefizkonzert in der Seeresidenz oder die  private Aktion eines Stiftungsrates „Spenden statt Geburtstagsgeschenken“.

In Zahlen lässt sich das erste halbe Jahr Bürgerstiftung so zusammenfassen:

  • Gründungskapital: 50.000 Euro
  • bisher eingegangene Spenden (Stand 24. 11. 2007): 46.940 Euro; dazu kommt noch Erlös aus der Adventstombola.

Neue Projekte

Mit dem ersten Adventssonntag starten zwei weitere Projekte der Bürgerstiftung:

  • Unterhalt des Kleinbusses der Villa Südsee:
    Da die Südsee-Kinder aus Versicherungsgründen nicht in Privatautos gefahren werden dürfen, finanzierte die Bürgerstiftung einen Kleinbus. Jetzt sollen noch die jährlich anfallenden Kosten durch Spendengelder reduziert werden.
     
  • Die Restaurierung der Fresken im Turm von St. Michael:
    Die Bürgerstiftung prüft, ob im Jahr 2008 die Freilegung der wertvollen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert unterstützt werden kann.

 


Eine schöne Bescherung

Eigentlich eine nahe liegende Idee, dachten sich die Initiatoren der noch jungen Seeshaupter Bürgerstiftung, sich mit einem Standl samt Tombola auf dem Christkindlmarkt mal ganz ungezwungen und persönlich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dann war es aber doch ziemlich aufregend, so was zum ersten Mal durchziehen: Woher kriegen wir die Preise, wer besorgt uns einen Stand, wie viele Leute werden wohl kommen? Aber dann wurde es doch ein toller Erfolg: Geschäfts- und Privatleute steuerten Sachpreise in Hülle und Fülle bei, der renommierte Kunstmaler Reiner Wagner sogar zwei Originale -, um den Standaufbau kümmerte sich das Südsee-Team - und die Seeshaupter kauften alle Lose auf. So kamen 3800 Euro zusammen, ein Erfolg, mit dem Vorsitzende Dr. Gertraud Pihale „wirklich nicht gerechnet hatte“.

Weihnachtsstand Fr. Lüning

Weihnachtsstand

Losverkauf Hr. Kirner

Einer der tüchtigen Losverkäufer war übrigens der frühere Bürgermeister Hans Kirner, der die Initiative als vereinsübergreifende Institution von Anfang an unterstütze.


Gut gebettet

Eine überaus nützliche Einrichtung der Nachbarschaftshilfe NBH ist der (kostenlose!) Verleih von Hilfsmitteln für die häusliche Alten- und Krankenpflege. Das Angebot konnte jetzt durch ein hochmodernes Pflegebett erweitert werden – dank einer Spende in Höhe von 3500 Euro von der Seeshaupter Bürgerstiftung. Den Scheck überreichte Vorsitzende Dr. Gertraud Pihale (l) beim Seniorenkaffeenachmittag an die NBH Vorstandsfrauen Sigrid von Schroetter (r) und Evi Schwaighofer (Mitte). Wie alle anderen Hilfsmittel auch kann sich bei Bedarf jeder dieses Bett ausleihen, auch Nicht–Mitglieder, betonte Sigrid von Schroetter bei ihrem Dank an die Bürgerstiftung.

Pflegebett


Neue Wege gehen

Dank einer großzügigen Einzelspende hat die Seeshaupter Bürgerstiftung schon ihr zweites Projekt realisieren können. „Aus Verbundenheit zu Seeshaupt“ hat Dr. Bernhard von Linstow, der erst vor drei Jahren hierher gezogen ist, die Kosten für die Neugestaltung der maroden Treppe am Höhenweg übernommen, immerhin 5979,30 Euro. Architekt Wolfgang Peter Pohl hat als Mitglied der Bürgerstiftung seine Gestaltungsleistung „gestiftet“. Die Spaziergänger, die das ganze Jahr auf Seeshaupts Paradespazierweg den Blick über die Osterseen genießen, sind sich einig: „Das ist schon eine tolle Sache, dass jemand so einfach Geld für so was hergibt. Gerade für ältere Leute waren die kaputten Stufen ja richtig gefährlich“.

Treppe am Höhenweg


Musik geht stiften

Die Seeshaupter Bürgerstiftung unterstützen und gleichzeitig klassische Musik von Mozart, Schubert und Korngold auf hohem Niveau genießen konnten die zahlreichen Zuhörer, die zum Benefizkonzert in die Alte Post gekommen waren. Eine Bewohnerin der Seeresidenz hatte den Abend mit dem renommierten Korngold-Quartett initiiert, die Kosten für den Saal und Unterkunft der Musiker übernahm die Seeresidenz. So konnten exakt 2.051,00 Euro auf das Konto der Bürgerstiftung überwiesen werden.


Erste Scheckübergabe der Bürgerstiftung

Erst im Juni wurde die Seeshaupter Bürgerstiftung gegründet – und schon ist das erste Projekt finanziert: Für die Möblierung von drei Kinderzimmern in der „Villa Südsee“ wurden insgesamt 3600 Euro gespendet. Dr. Gertraud Pihale, Vorsitzende der gemeinnützigen Bürgerstiftung freut sich mit den Initiatoren über das „schnelle“ Geld für die Kinder- und Jugendhilfe, aber auch darüber, dass die neue Bürgerstiftung von der Bevölkerung ganz offensichtlich als wichtige und sinnvolle Einrichtung gesehen wird.

südSee

Alexandra Windisch und Hans Wagner von der südSee sowie Dr. Gertraud Pihale


Die Seeshaupter Bürgerstiftung ist gestartet
Offizieller Auftakt am Mittwoch in der Seeresidenz Alte Post,
20. Juni 2007, 19.30 Uhr

Programm

Alte Werte, neue Formen
Vortrag Dr. Heribert Prantl,
Leiter Ressort Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung

Vorstellung Bürgerstiftung Seeshaupt
Informationen zur Gründungsidee, zur Organisation und zu den Zielen der Bürgerstiftung

Vorstellung der aktuellen Projekte
Mit fünf Projekten aus den Bereichen „soziale Aufgaben“, „Jugend und Senioren“, „Ortsgeschichte und Traditionspflege“, „Kultur und Bildung“ und „Natur und Umweltschutz“ geht die Bürgerstiftung an den Start.

Auditorium Dr. Prantl

Manfred Hacker Dr. Gertraud Pihale, Theresia Lüning

Bero von Fraunberg Wolfgang-Peter Pohl, Theo Gerhard

Gerda Possinger, Hans-Reiner Fritz